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William Q. Judge
Esoterische Philosophie ~ Weisheit der Zeitalter
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William Q. Judge  

William Q. Judge
1851 – 1896

     

William Quan Judge, ein Sohn von Alice Mary und Frederik H. Judge wurde am 13. April 1851 in Dublin, Irland, geboren. Seine Mutter starb schon in seiner frühesten Jugend bei der Geburt ihres siebenten Kindes. Bis zu seinem 13. Lebensjahr wuchs er in Dublin auf, dann wanderte sein Vater mit den mutterlosen Kindern nach Amerika aus; am 14. Juli 1864 trafen sie in New York ein. Hier studierte Judge später Rechtswissenschaften; im April 1872 erwarb er die Staatsangehörigkeit der Vereinigten Staaten.

Die erste Begegnung mit H. P. Blavatsky fand 1874 in New York statt. Wenig später, am 17. November 1875, gründete er auf Anraten von H. P. Blavatsky zusammen mit H. S. Olcott und einigen anderen die Theosophische Gesellschaft.

Durch besondere Umstände war W. Q. Judge mit der indisch-asiatischen Denkweise sehr vertraut. Die von ihm übersetzte „Bhagavad-Gita“ gilt als die beste sinngemäße Übersetzung für europäisches Denken, die er mit den „Studien zur Bhagavad-Gita“ meisterhaft erläuterte. Seine Werke sind jedem Studierenden eine unschätzbare Hilfe und stellen eine einmalig dastehende Einführung in das indisch-asiatische Gedankengut und damit auch in die »Esoterische Philosophie« dar.

Das tiefe Wissen W. Q. Judges um die inneren Zusammenhänge des Seins erklärt seine eigentliche Herkunft, die nicht in diesem Leben zu suchen ist. Er blieb jenen ein Mysterium, die Bescheidenheit für Schwäche hielten und »Wahrheit« in dem äußeren Schein suchten. Doch die Zeit ist gekommen, in der menschliches Missverstehen mit den Schleiern der Vergessenheit umhüllt wird, und wie geschichtliche Überlieferungen belegen, werden Märtyrer nicht selten zu gottgleicher Verehrung erhoben; unverstandenen Wegbereitern, die an Wissen und Weisheit ihren Zeitgenossen vorauseilten, Denkmäler gesetzt. Die Bedeutung W. Q. Judges erstrahlt in diesem Licht all jenen Theosophen in der Welt, die in den Schwierigkeiten der Gründerzeit die Geburtswehen einer neuen Zeit sehen und in den Werken W. Q. Judges den Genius erkennen, der die »Kette« ungebrochen hielt.

Als H. P. Blavatsky im Dezember 1878 Amerika verließ, um in Indien die Theosophie bekannt zu machen, übergab sie W. Q. Judge die Führung für das Hauptquartier in Amerika. Ihm ist es zu verdanken, dass die Quelle spirituellen Wissens in Amerika nicht versiegte und in ihrer Reinheit an die Nachfolger Katherine Tingley (1896) und Prof. Dr. Gottfried von Purucker (1929) weitergereicht werden konnte. Als H. P. Blavatsky ihre Arbeit in Indien im Jahre 1887 aufgab und nach Europa zurückkehrte, war das von W. Q. Judge geführte Hauptquartier in Amerika trotz aller Anfangsschwierigkeiten in sich gefestigt. H. P. Blavatsky betonte, dass das Weiterbestehen der Theosophischen Gesellschaft Judge zu verdanken sei und ihm das Vertrauen aller Mitglieder gehören sollte. Dies schreibt sie auch in den „Fünf Briefen“ an die amerikanischen Theosophen. Und so war es auch W. Q. Judge, der nach dem Tode von H. P. Blavatsky (1891) die „Esoterische“ Tradition der Theosophischen Bewegung aufrecht erhielt.

Wie besonders in dem vorliegenden Werk verstand es Judge, die verborgenen Tiefen einer zeitalteralten Weisheit an ihrer Wurzel zu benennen und das Licht für jene zum Erleuchten zu bringen, die sich bereit gemacht haben, es zu empfangen. Doch er war ebenso bemüht, Theosophie in einfacher Sprache jedem nach Wahrheit Suchenden verständlich zu machen. Wie klein wird da menschlicher Hochmut, und in welche Fernen schwinden menschliche Unzulänglichkeiten, wenn sich die verhüllenden Schleier einer intuitiven Sicht auftun. Nicht im Vergänglichen liegt der Wert wahrer Erkenntnis, sie ruht verborgen im Herzen des Seins und wird nur durch die Tore unpersönlicher Dienstleistung erworben.

Wenn auch der Lebensweg von W. Q. Judge in dieser Inkarnation nur einem kurzen Aufleuchten glich, so hinterließ er doch bleibende Eindrücke, die besonders das europäische Denken beeinflussten. Schon im frühen Alter von 45 Jahren verließ er diesen Körper am 21. März 1896 in New York. Seine Werke aber sind in die klassische Theosophie eingegangen.

Hier auf Erden war W. Q. Judge oft alleingelassen, er musste sich fast ohne persönliche Hilfe, kraft seiner inneren Stärke beweisen, doch die spirituellen Bande jener, die mehr von ihm wissen und in ihm nicht nur den Menschen W. Q. Judge sehen, bleiben als verbindendes Glied bestehen. Und wenn auch kein persönlicher Dank vonnöten ist, so sei dieser doch in unpersönlicher Weise gegeben für das, was wir empfangen durften von einem wahrem, spirituellen Lehrer, der sich selbst gab und nichts erwartete!

Titel von W. Q. Judge in unserem Programm:

 

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